Fertigstellung des Glasofens
Nach
einem Wochenende harter Arbeit im Germanengehöft Elsarn im Strassertal konnte
der Glasofen vom Elsarner Schmied Gerhard Putzgruber und der Glesum Sippe
vollendet werden. Und nicht nur das, auch die notwendige Überdachung wurde dank
uns innerhalb von nur 3 Tagen, vom 18. bis 20. Juli, aufgebaut.
Um den noch fehlenden Schornstein aufsetzen zu können, musste zuerst die Überdachung
gebaut werden. Die dazu benötigten Stämme wurden von den Erbauern eigenhändig
abgeholzt und bearbeitet. Das Schälen der Stämme mit dem so genannten
"Reifeisen" oder "Zieheisen" gehörte dabei zu den
langwierigsten Arbeiten. Die in den Boden eingelassenen Steher mussten
angebrannt werden, um ein zu schnelles Vermodern in der Erde zu verhindern.
Erste Probezündungen
Während die Steher aufgebaut
wurden, wurde der Ofen den ganzen Tag über "trocken geheizt", um die
verbliebene Feuchtigkeit entweichen zu lassen.
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Am zweiten Tag wurden
erste Probezündungen vorgenommen. Das Wichtigste dabei: ständiges und
richtiges Nachlegen des Brennmaterials. |
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So wurde nach ersten Schätzungen
von Gerhard Putzgruber, dem Schmied des Germanengehöfts, eine Temperatur von
ca. 900°C erreicht. Das ist genug Hitze, um Glas zu fritten, aber nicht genug,
um die gewünschte Viskosität des Glases zu erhalten.
Vermutlich lag das Problem am Brennholz, das, um eine höhere Temperatur zu
erreichen, aus kleineren Einzelstücken hätte bestehen müssen. Wichtig für
die Bautruppe war aber in erster Linie, zu sehen, dass der Ofen technisch
gesehen einwandfrei funktioniert und auch den Belastungen einer längeren
Brenndauer standhält. Um später Glas gewinnen zu können, wird es notwendig
sein, den Ofen bereits einen Tag davor vorzuheizen.
Auch ein selbst getöpferter Schmelztiegel wurde zu Probezwecken im Glasofen
gebrannt. Leider hielt dieser den Belastungen nicht stand. Vermutlich war das zu
schnelle Erhitzen mit hohen Temperaturen schuld.
Nachdem das Grundgerüst des Daches stand, wurde der Schornstein am dritten Tag
auf ca. 3 Meter Höhe aufgemauert. Danach wurden die Sporen und Dachlatten mit
Hilfe von Holznägeln montiert. Bei der Befestigung der Holzschindeln musste man
sich aus Zeitgründen mit Eisennägeln behelfen. Das Wetter beteiligte sich an
den Experimenten und ließ das Dach gleich an seinem ersten Abend beweisen, dass
es auch heftigen Regengüssen trotzen kann.
Nach
einem weiteren Arbeitswochenende im Germanengehöft Elsarn wurde das Dach um
den, auf seine endgültige Höhe von 4 m aufgebauten Schornstein erweitert. Ein
erster Versuch Glas zu schmelzen wurde unternommen. Mit einer Spitzentemperatur
von 1217°C und einer Duchschnittstemperatur von ca. 1100°C hatten wir die Bestätigung,
dass der Ofen funktioniert. Auch mit dem gewonnenen Glas waren wir für unseren
ersten Versucht sehr zufrieden.
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Nun geht es daran weitere
Experimente zur Glasgewinnung durchzuführen um unserem Ziel,
Schmuckgegenstände oder sogar Gefäße herzustellen, immer näher zu
kommen. |
Fertiggestellte Ofen
mit Brennkammer, Heizkammer und ca. 4 m hohem Kamin |
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Der Ofen ist etwa 2,25
m lang, der Innendurchmesser im Schmelztiegelbereich beträgt 38 cm, der
Heizkanal ist ca. 45 cm breit. |
Beteiligt am
Glasofenbau
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Schematische
Darstellung des Glasofens
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